Von 4. – 6. Juli 2022 fand der 3. Grazer Grundschulkongress gemeinsam veranstaltet von der Pädagogischen Hochschule Steiermark und der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum in Präsenz statt.
Nach der musikalischen Eröffnung durch den Hochschulchor der Pädagogischen Hochschule Steiermark unter der Leitung von Prof. Dr. Gilbert Flecker mit dem Song ” Hit the Road, Jack“ begrüßten Rektorin Dr.in Elgrid Messner von der Pädagogischen Hochschule Steiermark und Rektorin Dr.in Andrea Seel von der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum die Teilnehmer*innen aus Deutschland, Schweiz, Italien und Österreich. Rektorin Dr.in Elgrid Messner verweist auf die Vielfalt an Aufgaben, die Lehrpersonen der Grundschule zu erfüllen haben und auf das sich daraus ergebende breite Forschungsfeld. Die Kooperation – sowohl die unterrichtliche als auch schulisch-organisatorische – ist demnach ein zentraler Aktionsbereich sowohl für Lehrpersonen als auch für Forscher*innen. Rektorin Dr.in Andrea Seel spricht die Weiterentwicklung der Grundschulforschung in quantitativer und qualitativer Hinsicht an und betont die unterschiedliche Granularität von Forschung und von forschungsmethodischen Zugängen, die zentrale Beiträge für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrer*innen und Leitungspersonen sowie für die Entwicklung der Grundschule liefern.

Verteilt über die drei Tage nahmen über 280 Personen am Kongress teil. Auf dem Programm standen 21 Symposien, 73 Einzelbeiträge und 10 Posterpräsentationen. Die vier Kongresshalbtage wurden jeweils von Keynotes eingeleitet:

Prof. Dr. Till-Sebastian Idel von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zeigt in seiner Keynote

Kooperation als conditio sine qua non zeitgemäßer Bildungsarbeit in der Grundschule? die Komplexität des Begriffs Kooperation auf und verweist auf die damit verbundene Bedeutung der Differenzen. Man muss diese Differenzen sehen und austragen lernen, die Kollegialität stärken, Schulentwicklung als Professionsentwicklung verstehen und inszenieren – und auch in der Ausbildung muss es mehr Gelegenheit zu einer echten interprofessionellen spannungsgeladenen Kooperation geben.  Wir müssen Kooperation als Thema ernst nehmen und den Aushandlungsprozessen Zeit und Raum geben.

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Dr.in Lea Schulz breitet in ihrer Keynote Diklusion kooperativ? Digitale Kooperation für Inklusion einen ganz anderen Aspekt von Kooperation vor dem Kongressplenum aus. Anknüpfend an die Erfahrungen in der Pandemie, in der vieles nicht möglich war, in der wir Schüler*innen verloren haben, in der ein zunehmender „digital gap“ sichtbar und greifbar wurde, in der aber auch viel experimentiert und Neues gelernt wurde, skizziert sie Möglichkeiten der Anreicherung von Kooperation durch Hereinnahme digitaler Medien.  Als „Schatzsucherin“ untersucht sie die ubiquitär verfügbare, pervasiv in jeden Lebensbereich eindringende und subtil Veränderungen herbeiführende Digitalisierung unseres gesamten Lebens nach Möglichkeiten mit dem Ziel, Kooperationsformen von Lehrer*innen in inklusiven Settings zu erweitern.

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HS-Prof. Dr. Martin Auferbauer von der PH Steiermark analysiert in seiner Keynote Multiprofessionelle Kooperationen in der Schule – warum, wie viel und mit wem?, an welchen Artikulationsstellen der Bedarf für Kooperation entsteht. Als hauptsächliche Kooperationsfelder sieht er Inklusion, verschränkte Ganztagsschulen, die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitssektor und der Kinder- und Jugendhilfe. Wie sich in der Talis-Studie 2018 zeigt, sind Lehrer*innen in Österreich grundsätzlich zufrieden mit ihrer Arbeitssituation bis auf einen Punkt: Es mangelt an Unterstützung. Er schließt mit der Forderung, Schulen weiter zu öffnen, vor allem in Bezug auf andere Berufsfelder, und sie dadurch als System leistungsstärker zu machen.

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Prof.in Dr.in Christine Künzli-David und Sara Bachmann von der Fachhochschule Nordwestschweiz fokussieren in ihrer Keynote Professionalisierung von Generalist*innen für die Schuleingangsstufe

– Potentiale und Herausforderungen einer interdisziplinären Zusammenarbeit über die Studienbereiche hinweg die Ausbildung von Lehrpersonen. Ausgehend von den lebensweltlichen Bezügen und Erlebnisfeldern der Schüler*innen mit dem Ziel, die Erkenntnis- und Erklärungsperspektiven der Fächer aus diesen heraus zu entwickeln, müssen Lehrer*innen fachliche Bezüge in Alltagssituationen erkennen, sie in ein fachliches Bezugsschema einordnen und den Schüler*innen Impulse für die fachliche Weiterentwicklung geben können. Sie müssen aber auch das große Ganze, das „Big Picture“ sehen lernen. Dafür werden in den Studiengängen der Fachhochschule Nordwestschweiz fachübergreifende transversale Module angeboten, in denen jeweils Fachdidaktiker*innen und Erziehungswissenschaftler*innen gemeinsam planen und unterrichten.

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Wir danken allen Vortragenden in den Symposien, Einzelbeiträgen und Posterpräsentationen, den Mitgliedern des Kongressbeirates und den Personen, die sich als Gutachter*innen für das Double-Blind-Review der eingereichten Beiträge zur Verfügung gestellt haben sowie allen Personen, die uns während des Kongresses engagiert unterstützt haben.

Weiters gilt unser Dank jenen Personen, die uns an beiden Pädagogischen Hochschulen technisch und verwaltungsmäßig begleitet haben und allen Akteur*innen des künstlerischen Rahmenprogramms: Prof.in Mag.a Christa Schreiner, Prof.in Mag.a Daniela Fritz, Prof. Dr. Gilbert Flecker, Prof. Dietmar Bresnig BEd, Prof. David Wohlhart BEd, Studierende der beiden Pädagogischen Hochschulen, der Adana Klezmer Band.

Abschließend danken wir allen Teilnehmer*innen für ihr Interesse an den Beiträgen, für ihre Fragen, für die Zeitdisziplin, für ihre wertvollen Rückmeldungen an uns, für ihre Ausdauer beim Tages- und Abendprogramm.

Hier finden Sie Blitzlichter vom Kongress

Link zum Album: https://flickr.com/photos/phsteiermark/albums/72177720300451522

Wie bei den vorangegangenen Kongressen wird ein Tagungsband Fokus Grundschule: Kooperationsfeld Grundschule im Waxmann-Verlag erscheinen. Details zur Einreichung von Beiträgen von Kongressteilnehmer*innen entnehmen Sie dem Call.

Link zum Call

Der nächste Grazer Grundschulkongress findet von 01. – 03.07.2024 statt. Nähere Details werden Anfang 2023 auf der Website www.ggsk.at  veröffentlicht.

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